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Der Heilige Vater hat uns in seinen Worten und Werken große Dinge geschenkt; aber nicht weniger wichtig ist die Lektion, die er uns vom Lehrstuhl des Leidens und des Schweigens aus erteilt hat. In seinem letzten Buch "Erinnerung und Identität" hat er uns eine Deutung des Leidens hinterlassen, die keine theologische oder philosophische Theorie ist, sondern eine Frucht, die auf seinem persönlichen Leidensweg herangereift ist, den er mit dem Halt, den ihm der Glauben an den gekreuzigten Herrn geschenkt hat, gegangen ist. Diese im Glauben erarbeitete Deutung, die seinem Leiden, die er in Gemeinschaft mit dem Leiden des Herrn durchlebte, einen Sinn verlieh, sprach durch seinen stummen Schmerz und verwandelte diesen in eine großartige Botschaft. Sowohl am Anfang als auch noch einmal am Ende des erwähnten Buches zeigt der Papst sich tief beeindruckt von der Macht des Bösen, die wir im soeben zu Ende gegangenen Jahrhundert auf dramatische Weise erfahren mussten. Er sagt wörtlich: "Das Böse des 20. Jahrhunderts war nicht ein Übel in Kleinformat... Es war ein Übel von gigantischen Ausmaßen, ein Übel, das sich der staatlichen Strukturen bedient hat, um sein unheilvolles Werk zu vollenden, ein Übel, das zum System erhoben wurde". Ist das Böse denn unüberwindlich? Ist es wirklich die letzte Macht der Geschichte? Aufgrund seiner Erfahrung mit dem Bösen war die Frage nach der Erlösung für Papst Wojtyla zur eigentlichen und zentralen Frage seines Lebens und Denkens als Christ geworden. Gibt es eine Grenze, an der die Macht des Bösen zunichte wird? Ja, es gibt sie, antwortet der Papst in diesem Buch und auch in seiner Enzyklika über die Erlösung. Die Macht, die dem Bösen eine Grenze setzt, ist die göttliche Barmherzigkeit. Der Gewalt, der Überheblichkeit des Bösen stellt sich in der Geschichte - als "das ganz andere" Gottes, als Gottes eigene Macht - die göttliche Barmherzigkeit entgegen. Das Lamm ist stärker als der Drache, könnten wir mit dem Buch der Offenbarung sagen.

zitiert aus den Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 172

Ansprache von Papst Benedikt XVI. an das Kardinalskollegium und die Mitglieder der Römischen Kurie beim Weihnachtsempfang am
22. Dezember 2005
 
weiterführender Link: www.youtube.com/watch?v=eymT__bBZs4
 
hochgeladen von:
marie-liese
am: 30.09.2010
um: 14:44:36
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Papst Johannes Paul II.
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