WerbungWerbungWerbung
 
Wie gerne wollte ich Priester sein, um über die Muttergottes predigen zu können! Ich glaube ein einziges Mal hätte mir genügt um meine Meinung über sie verständlich zu machen. Zu allererst hätte ich dargelegt, wie wenig man über das Leben der Heiligen Jungfrau weiss.

Man sollte von ihr nicht Dinge erzählen, die unwahrscheinlich sind oder solche, worüber man nichts weiss: z. B., dass sie als kleines Mädchen von drei Jahren mit vor Liebe glühendem Herzen und grosser Inbrunst in den Tempel ging, um sich Gott zu weihen, obwohl sie es vielleicht nur aus Gehorsam ihren Eltern gegenüber tat …

Warum sagt man auch, was die Prophezeiungen des greisen Simeon betrifft, dass Maria, von diesem Augenblick an, beständig die Passion ihres Sohnes vor Augen hatte? … „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“ (Lok 2,35). Sie sehen selbst, geliebte Mutter, dass dies eine Prophezeiung für später war …
Damit eine Predigt über Maria Früchte trägt, muss man ihr wirkliches Leben, wie es im Evangelium steht, aufzeigen und nicht das, was man vermutet. Und man kann sich gut vorstellen, dass ihr Leben in Nazareth und später, ganz gewöhnlich gewesen sein muss … „Er war ihnen gehorsam (Lk 2,51). So einfach ist das!

Man zeigt uns eine unnahbare Heilige Jungfrau, man sollte sie uns nachahmenswert zeigen, in Ausübung ihrer verborgenen Tugenden, uns sagen, dass sie, wie wir, den Glauben lebte, uns Beispiele aus dem Evangelium geben, wo wir lesen: „Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte.“ (Lk 2,50), oder „sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden.“ (Lk. 2,33). Diese Bewunderung drückt ein gewisses Staunen aus, finden Sie nicht, meine Mutter?
Wir wissen sehr wohl, dass Maria die Königin des Himmels und der Erde ist, sie ist aber mehr Mutter als Königin und man darf uns nicht glauben machen (wie ich es oft gehört habe), dass sie die Glorie der Heiligen wegen ihrer Vorrechte überstrahlt, wie die aufgehende Sonne, die die Sterne erblassen lässt.

Mein Gott, wie ist das seltsam! Eine Mutter, die die Glorie ihrer Kinder verschwinden lässt!
Ich denke genau das Gegenteil trifft zu. Ich glaube, dass sie den Glanz der Auserwählten um vieles erhöhen wird.
Das einzigartige Privileg der Heiligen Jungfrau ist, von der Erbsünde befreit und Mutter Gottes zu sein. Wenn uns auch Jesus, was den letzten Punkt betrifft gesagt hat: „Wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ (Lk 12,50)

Übrigens sind wir glücklicher als sie, denn sie hatte keine Heilige Jungfrau zum Lieben! … Das ist eine so grosse Süssigkeit mehr für uns und eine ebenso grosse weniger für sie! …


Hl. Theresia vom Kinde Jesu (1873-1897)
Letzte Gespräche
 
 
hochgeladen von:
joergchrist
am: 17.03.2009
um: 12:37:08
6539 mal angezeigt
Wie gerne wollte ich Priester sein, um über die Muttergottes predigen zu können!
Um dieses Medium als Favoriten hinzufügen oder es an einen Freund senden zu können, müssen Sie sich einloggen!